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Der Open Discussion Day

  1. Was ist der Open Discussion Day?
  2. Was ist ein "offenes Protokoll"?
  3. Warum offene Protokolle?
  4. Welche Protokolle sind offen, welche nicht?
  5. Wie kann ich ein offenes Protokoll benutzen?
  6. Wie kann ich dich am Open Discussion Day erreichen?

Was ist der Open Discussion Day?

Der Open Discussion Day (19. Mai) ist ein Tag an dem jeder aufgerufen ist ausschließlich offene Protokolle zu benutzen. Denjenigen die dies tun (darunter auch ich) geht es darum offene Protokolle zu bewerben und über ihre Wichtigkeit aufzuklären. Am Open Discussion Day geht es uns dabei hauptsächlich um Protokolle die zur Kommunikation genutzt werden. Also E-Mails, Instant Messages (Dienste wie ICQ, MSN, AIM, Y!M, Jabber/XMPP, etc.) und Multi User Chats (z.B. IRC oder Jabber/XMPP MUCs).

Was ist ein "offenes Protokoll"?

Ein Protokoll ist wie eine Sprache. Programme benutzen es um miteinander zu kommunizieren. Dabei unterscheidet man offene Protokolle und proprietäre Protokolle.

Offene Protokolle sind komplett dokumentiert, wobei diese Dokumentation für jedermann einsehbar ist.
Proprietäre Protokolle hingegen sind in fester Hand einer Firma. Entweder ist für sie überhaupt keine Dokumentation verfügbar, oder diese ist nur gegen eine Gebühr in Zusammenhang mit der Einwilligung die erhaltene Dokumentation nicht zu veröffentlichen erhältlich.

Warum offene Protokolle?

Für das verwenden von offenen Protokollen gibt es vielfältige Gründe. Das folgende hat keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist lediglich eine Auflistung der mir wichtig erscheinenden Aspekte der Benutzung offener Protokollen, oder auch der Nichtbenutzung proprietärer Protokolle.

Zukunftssicherheit

Proprietäre Protokolle sind wie bereits erwähnt fest in Hand einer Firma. Entschließt sich diese Firma nun ein Protokoll nicht mehr zu unterstützen, oder den Dienst einzustellen geht einem ein Kommunikationsmittel verloren. Man muss sowohl Anbieter als auch die gewohnte Software wechseln. Dies ist nicht weiter problematisch solange es Alternativen gibt. Aber warum sollte man nicht direkt eine Alternative verwenden die einem die Möglichkeit gibt zur Not selbst den Dienst weiter zu betreiben, schließlich ist ja bekannt wie er funktioniert?
E-Mails etwa laufen über mehrere Server. Entschließt sich der Betreiber eines Servers diesen nicht mehr weiter zur Verfügung zu stellen sind immer noch genug andere Server verfügbar die benutzt werden können. Oder man verwendet einen eigenen Server. Alles ohne, dass das Protokoll selbst gewechselt werden müsste. Alle altbekannte Software funktioniert nach wie vor weiter.

Flexibilität

Dadurch das proprietäre Protokolle nicht offen Dokumentiert sind kann eigentlich nur derjenige, welcher das Protokoll entwickelt hat, ein Programm, welches das Protokoll benutzt bereitstellen. Es ist zwar möglich sich Informationen über das Protokoll durch untersuchen der von dem Programm der Firma ausgehenden Daten zu erhalten, aber dies ist zum einen kompliziert und zum anderen in einigen Ländern nicht legal. Es existieren zwar Programme, welche proprietäre Protokolle unterstützen, jedoch nie so vollständig wie die Originalsoftware. Des Weiteren verbieten die Nutzungsbedingungen mancher Dienste ein anderes Programm als das des Dienstleisters zu verwenden um auf den Dienst zuzugreifen.

Eine Software welche ein offenes Protokoll verwendet kann jeder schreiben der möchte (so er denn programmieren kann). Entsprechend viele solche Software existiert auch, sodass der Nutzer eine gewisse Auswahl hat und somit eine bessere Chance ein Programm zu finden das seinen Wünschen entspricht. Offene Protokolle sind außerdem offen für Erweiterungen. Bei Jabber/XMPP kann beispielsweise jeder ein XEP (XMPP Enhancement Proposal) bei der XMPP Standards Foundation einreichen. Dies wird dann veröffentlicht und durchläuft einen Prozess vom Entwurf bis zum finalen Standard.

Datenschutz

Datenschützer haben leider einen schlechten Ruf. Sie werden ständig des Vorurteils der Paranoia unterworfen. Dennoch kann Niemand abstreiten, dass es wichtig ist private und geschäftliche Daten und damit Privatsphäre und Unternehmen zu schützen.
Nun stellt sich die Frage was dies mit offenen Protokollen zu tun hat. Zugegeben unmittelbar nichts. Egal ob ein Protokoll offen oder proprietär ist, die theoretische Möglichkeit das an irgendeiner Stelle Daten abgeschöpft werden besteht immer. Der einzige Weg dies mit Sicherheit zu umgehen ist die versendeten Nachrichten zu verschlüsseln. Hier jedoch beginnt das Problem bei proprietären Protokollen. Wenn ich nicht einmal weiß/wissen sollte wie die Daten übertragen werden, wie soll ich zwischen eingeben und übertragen der Daten diese verschlüsseln?

Bei den Unternehmen die Instant Messaging Dienste anbieten ist leider noch ein unschöner Trend zu entdecken. Beispielsweise findet sich in der ICQ Acceptable Use Policy ein Absatz der besagt jeglicher über ICQ Services und Information versendete Inhalt dürfe von ICQ Inc. veröffentlicht und verbreitet werden. Je nach Auslegung der in der Policy gegebenen Definitionen von "ICQ Services" und "Information" betrifft dies Nachrichten zwischen Nutzern des Dienstes, oder auch nicht. Auch andere Anbieter haben in ihren Nutzungsbedingungen oft ähnlich verwaschene Aussagen zu diesem Thema. Es stellt sich also die Frage ob man seine Privatsphäre eigentlich grundlos riskieren möchte.

Komplett ausschließen lässt sich Datenmissbrauch zwar auch bei offenen Protokollen nicht. Betreiber von Servern, welche diese Nutzen, sind jedoch oft keine Unternehmen, welche Profit machen müssen. Viel häufiger sind es Privatpersonen zu denen sich ein Vertrauensverhältnis eher aufbauen lässt als zu einem großen Unternehmen. Im besten Fall ist es man selbst, oder ein Freund.
Des Weiteren ist hier Verschlüsselung recht problemlos umzusetzen und in vieler Software die Möglichkeit dazu bereits von Haus aus gegeben.

Welche Protokolle sind offen, welche nicht?

Bei E-Mails und Multi User Chats haben wir das Glück das die verbreitetsten Protokolle offen und standardisiert sind und wohl von fast jedem benutzt werden. Bei Multi User Chats handelt es ich hier um IRC. Bei E-Mails spielen viele Protokolle auf dem weg von einem Benutzer zum anderen eine Rolle, aber sie sind allesamt offen.
Bei Instant Messages sieht es leider schlechter aus. Zwar gibt es offene Protokolle, jedoch sind die verbreitetsten allesamt proprietär. Das verbreitetste und eigentlich einzigste nennenswerte Protokoll für Instant Messaging ist XMPP bzw. Jabber. Ursprünglich hieß das Protokoll Jabber, wurde aber vom IETF im formellen Standardisierungsprozess XMPP genannt. Beide Namen sind legitim, Jabber ist allerdings gebräuchlicher.

Zu den nicht offenen Protokollen zählen:

  • ICQ
  • Windows Live Messenger (MSN)
  • Y!M
  • AIM
  • GaduGadu

Wie kann ich ein offenes Protokoll benutzen?

Jabber benutzen

An sich ist Jabber zu benutzen nicht schwerer als MSN, ICQ, oder ähnliches zu verwenden. Das einzig schwere ist die Qual der Wahl.

Die erste Entscheidung ist welche Software man verwenden möchte. Soll das Programm nur Jabber können würde ich persönlich Gajim oder auch Psi empfehlen. Will man hingegen weiter auch proprietäre Protokolle nutzen und nicht zwei verschiedene Programme für die Protokolle verwenden, so gibt es mit Pidgin und Miranda zwei Programme die so gut es ihnen Möglich ist versuchen auch proprietäre Protokolle zu unterstützen. Pidgin macht meiner Meinung nach in mancher Hinsicht einen etwas durchdachteren benutzerfreundlicheren Eindruck, während Miranda eine etwas bessere Unterstützung für einige proprietäre Protokolle bietet.

Die zweite Entscheidung, welche weitaus wichtiger ist, ist die für einen Server. Eine Liste von Servern findet sich auf bei der XSF. Es lohnt sich einen Blick auf die Seite des Servers und dessen Datenschutzbestimmungen zu werfen. Angesehen habe ich mir die Bestimmungen bei amessage.de und jabber.ccc.de, sie sind bei beiden so weit ich das beurteilen kann akzeptabel. jabber.ccc.de nutze ich seit einer Weile selbst recht zufrieden allerdings seit ich einen eigenen Server betreibe nicht mehr primär. Freunde und Bekannte können mich gerne um einen Account auf meinem Server bitten. Selbst denken ist hier aber wie bei so vielem nicht verkehrt.

Sind diese zwei Entscheidungen getroffen muss eigentlich nur noch der gewählte Client gestartet werden. Dieser fragt dann nach Benutzername, Server und Passwort. Oft gibt es ein Häkchen das gesetzt werden muss, damit das Benutzerkonto registriert wird, oder es gibt zwei getrennte Knöpfe für Registration und Login.

IRC benutzen

IRC zu benutzen macht eigentlich nur Sinn wenn man einen Channel (Chatroom zu einem Thema) kennt den man betreten möchte und weiß auf welchem Server sich dieser befindet. Bekannte Netzwerke mit Channels zu vielen Themen sind etwa irc.freenode.net, sw.de.quakenet.org oder irc.fu-berlin.de. Die Wahl des Clients ist auch hier Geschmackssache. Unter Windows nutze ich momentan Dana

Wie kann ich dich am Open Discussion Day erreichen?

Meine Jabber-ID ist florob@babelmonkeys.de
Im IRC findet man mich als florob auf irc.freenode.net und irc.spielkultur.com
Ansonsten funktioniert auch eine E-Mail an florob@babelmonkeys.de

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